Bilder zu „Roadtrip mit William, Surfurlaub und Fußballspiel“

Wie immer kommen jetzt hier die Bilder zum vorangegangenen Post:

Bilder zu „Roadtrip mit William“:

Das alte, von Muslime erbaute Gebäude von außen

Gräber der 2 Frauen des Muslims, der das Gebäude errichtete

Die beiden Frauen hatten jeweils einen eigenen Brunnen, der durch magische Kräfte immer Wasser aus Saudi-Arabien führt (so glauben die Leute dort), die aber heute nicht mehr genutzt werden

Gebäude von „oben“

Das Gebäude wird in bestimmten Abständen „renoviert“, da der verwendete Lehm schnell rissig wird und das Geäube sonst einstürzen würde

Die als „Türen“ gedachten Löcher in der Wans sind nur etwa 1 Meter hoch und befinden sich einfach mitten in der Wand wie ein Fenster

Wenn William seine Drohne starten lässt, sammeln ich immer viele neugierige Zuschauer um ihn herum

Brücke über einen der Volta-River, bei der wir eine Pause machten

Alte, eingestürzte Brücke über denselben Fluss

Die Kühe werden zur Abkühlung und zum Trinken an den Fluss gebracht

Circa 4 Meter hohe und 2 Meter breite Canyons direkt am Flussbett, durch die sich das Wasser in der Regenzeit seinen Weg zum Fluss bahnt und die in der Trockenzeit kein Wasser führen

White Volta, der sich in der Regenzeit zu einem doppelt so breiten, reißenden Fluss entwickelt, der regelmäßig über due Ufer tritt

Nach unserem Stopp am Fluss ging es von nun an auf immer schlechter werdenden Sand- und Staubpisten weiter

Unsere Unterkunft für die Nacht, in der wir dann auf dem Boden schliefen

Sonnenuntergang im Dorf, wo wir übernachteten

Antike (und sehr wertvolle) steinerne Figuren im nächsten Dorf (Bilder von William)

Der Chief des Dorfes hieß uns willkommen und zeigte uns ein paar der Artefakte, die die Dorfbewohner ausgegraben haben

Vom Dorf aus liefen wir direkt weiter zur Höhle, die mitten im Nirgendwo lag

Eingang zur Höhle, die sich dann nach innen öffnete, sodass man darin stehen konnte

Bilder zu „Surfurlaub“:

Aussicht von der Terrasse unseres Guesthouses direkt am Meer

Sonnenuntergang über dem Guesthouse (links unten/mittig im Bild) ist unser Dorm, in dem wir schliefen

Kaneshi-Station von oben, eine der größeren Tro-Tro-Stationen in Accra

Aussicht aus Saskias Wohnung in Accra

Aussicht aus Saskias Schule, in der sie unterrichtet

Aufgabe im Kunstunterricht: „Zeichne deinen besten Freund.“, bei der viele der Schüler Saskia und mich (den sie seit 20 Minuten kannten 🙃) zeichneten (der letzte Schüler hat wegen der Sprechblase Extrapunkte bekommen 😉 )

Bilder zu „Fußballspiel“:

Unser Jungs-Team

Unser Mädchen-Team (bei dem ein paar Jungs aus Personalmangel aushelfen mussten)

Roadtrip mit William, Surfurlaub und Fußballspiel

Mein Jahr in Ghana neigt sich dem Ende zu und am 14. Juli geht es zurück nach Deutschland. Allerdings habe ich seit meiner letzten Reise in der Volta-Region noch ein paar andere Sachen erlebt/ gemacht, von denen ich euch gerne berichten möchte (dieBilder dazu findet ihr im nächsten Post).

Die ersten Wochen nach meiner Rückkehr verliefen relativ unspektakulär und normal, daher überspringe ich diesen Zeitraum und komme direkt zum

Roadtrip mit William,

den wir Ende Mai machten. Da es in Ghana ja seit März eine neue Region (vergleichbar mit Bundesland in Deutschland) – die North-East-Region mit Nalerigu als Hauptstadt – gibt, kriegt diese Region nun mehr Aufmerksamkeit und es wurde eine Liste mit „potential tourist sights“ veröffentlicht, die sich in der neuen Region befinden. Mein Mentor William wollte schauen, inwiefern sich diese „potential tourist sights“ als wirkliche potentielle Sehenswürdigkeiten eignen könnten, da diese Liste zum Beispiel einen See mit wilden Krokodilen einfach als „potential crocodile pond“ bezeichneten, was ja relativ fragwürdig ist (nach dieser Logik könnte man ja den Atlantik auch einfach als potentielles Schwimmbad bezeichnen. William wollte also überprüfen, ob und inwiefern sich die aufgelisteten Orte als Sehenswürdigkeiten eignen könnten und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, ihn zu begleiten. Unser erster Stopp war bei einem sehr interessanten Gebäude einer muslimischen Familie, um das sich viele Mythen und Legenden entwickelt haben. So glauben sie beispielweise, dass einer ihrer Vorfahren nur einen Stein beim Bau des Gebäudes setzte und das Gebäude am nächsten Morgen auf magische Weise fertig war. Außerdem gab es zwei Brunnen, die unendlich viel Wasser haben, weil sie eine magische Verbindung zu Saudi-Arabien haben. Aber es gab noch viel mehr Geschichten, von denen sie uns dann bei einem Rundgang im Gebäude und einem Drohnenflug von William ein paar erzählten. Dann ging es weiter zu einer sehr großen Brücke, die den White Volta überbrückt, an der wir ein paar Minuten verbrachten und ein paar Bilder machten. Unser nächstes Ziel war das „potential hippo sanctuary“, das sich jedoch als Lüge entpuppte, einfach deswegen, weil in dem besagten Dorf seit über 20 Jahre keine Hippos mehr gesehen wurden. Die Nacht verbrachten wir dann in einem Dorf, in dem wir uns für eine Nacht ein Zimmer mieteten und dort auf dem Boden schliefen, weil das einzige Guesthouse im Dorf uns kein Zimmer teilen lassen wollte (wegen Ghanas „anti gay law“, kompletter Schwachsinn, meiner Meinung nach) und wir nicht jeder 160 Cedis für ein Einzelzimmer zahlen wollten. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg in ein anderes Dorf, in dem die Dorfbewohner vor einigigen Jahren ein paar alte Artefakte aus dem 9. Jahrhundert fanden. Als die Regierung davon erfuhr, schickten sie Archäologen in das Dorf, die den Dorfbewohnern die Artefakte (alte steinerne Werkzeuge und Figuren, alles sehr gut erhalten) wegnahmen, weil sie rechtlich gesehen der ghanaischen Regierung gehörten. Die Dorfbewohner realisierten dann, dass die Artefakte wertvoll waren, und begannen, selber danach zu graben und sie an Touristen oder an Händler zu verkaufen, die diese dann für mehrere Tausend Dollar pro Stück im Internet weiterverkauften und viel Gewinn machten, weil sie den Dorfbewohnern deutlich weniger Geld gegeben hatten, weil diese natürlich nicht den wahren Wert der Artefakte wussten und sich einfach über das freuten, was sie kriegen konnten – was für sie ja schon viel Geld war, da es ein sehr armes Dorf ist. Die ghanaische Regierung verbot dann den Export und Handel mit den Artefakten, doch die Dorfbewohner versuchen nach wie vor, die Stücke zu verkaufen an Touristen oder private Händler, die diese dann außer Landes schmuggeln. Die Dorfbewohner waren sehr nett und der Chief zeigte uns ein paar der Artefakte. Anschließend fuhren wir mit ein paar der Dorfbewohner in eine nahegelegene Höhle, in der früher wohl die Vorfahren der Dorfbewoher Schutz suchten, wenn das Dorf angegriffen wurde. Allerdings verließen wir die Höhle relativ schnell wieder, als wir eine Schlangenhaut einer seeeeehr großen Schlange fanden und auf dem sandigen Boden Spuren dieser Schlange sahen, und machten uns dann auf den Rückweg nach Nalerigu.

Kurz darauf machte ich mich dann wieder auf den Weg nach Tamale und von dort nach Accra, denn Simon, Milan (2 andere Freiwillige) und ich hatten noch einen gemeinsamen

Surfurlaub

geplant. In Accra angekommen verabschiedeten wir erstmal den Freiwilligen Leo, der am Folgetag den Rückflug antrat, mit einer Abschiedsparty. Am nächsten Tag machten Milan und ich uns im strömenden Regen im Trotro auf den Weg ins von Accra circa 1 Stunde entfernte Kokrobite, wo man sehr gut surfen kann (einer der besten Spots in Ghana). Simon stieß am gleichen Abend zu uns und am nächsten Tag folgten noch die Mitfreiwilligen von Milan aus der Volta-Region, die auch ein paar Tage in Kokrobite verbringen wollten. Auf dem Gelände unseres Guesthouses hatte der sehr erfolgreiche britische Surfer Brett Davies (hier bekannt als Brett Brights) vor ein paar Jahren seinen Surfshop eröffnet und dort liehen wir uns jeden Tag Bretter aus, wenn es die Wellen und das Wetter zuließen – die ersten Tage regnete es leider viel und es gab nur sehr kleine bis gar keine Wellen. Die ersten Tage waren daher sehr entspannt, doch als das Wetter und die Wellen besser wurden, verbrachten wir jeden Tag viele Stunden auf dem Wasser. Abgesehen davon gingen wir einmal mit einem der Mitarbeiter der Surfshops Basketball spielen (was sehr nice war) und lernten noch Freiwillige kennen, die ihren Dienst in Kokrobite absolvieren. Nach 8 Tagen in Kokrobite machten Milan und ich uns dann wieder auf den Weg nach Accra, wo wir noch eine Nacht bei der Freiwilligen Saskia verbrachten, die ebenfalls an einer Schule (eine sehr schöne Privatschule, gegründet & geführt von einer Deutschen) unterrichtet. Von dort machte sich Milan wieder auf den Weg nach Hause in die Volta-Region und ich verbrachte einen Tag bei Saskia im Projekt und begleitete sie bei ihren Lessons. Anschließend fuhr ich wieder nach Accra rein und ging mit einer Gruppe anderer befreundeter Freiwillger auf einen Poetry Slam im sehr imposanten Gebäude des National Theaters in Accra. Am nächsten Morgen fuhr ich dann mit dem Bus nach Tamale und von dort nach einer Übernachtung wieder nach Hause. Leider habe ich aus Kokrobite eine dicke Ohrenentzündung mit nach Hause gebracht, die mir einige Wochen ernsthafte Probleme bereitete und wegen der ich (mal wieder) Antibiotika nehmen musste. Doch inzwischen ist sie ganz gut am Verheilen und ich kann wieder normal auf beiden Ohren hören 🙂 .

Am Wochenende nach meiner Rückkehr hatten wir dann ein großes

Fußballspiel

mit unseren befreundeten Freiwilligen aus Nakpanduri geplant, bei dem wir die Kinder aus ihrem Waisenhaus gegen die aus unserem Feeding Center spielen lassen wollten. So ein Event ist hier in Ghana nicht ganz so leicht organisieren (man muss sich um Essen, Trinken, Anreise, Trikots, Ball, Schiedsrichter, genug zuverlässige Spieler usw usw kümmern und man muss vielen Menschen hinterherrennen), aber letztendlich hat alles gut geklappt und wir hatten 2 interessante Fußballspiele hier in Nalerigu, bei dem unsere Jungs das erste Spiel mit 3:2 für sich entscheiden konnten, unser „mixed team“ (9 Mädchen, die von 2 kleineren Jungs unterstützt wurden) dem aus Nakpanduri mit 1:0 unterlagen, nachdem die Hälfte deren Mädchenteams durch Jungs ersetzt werden mussten, u.a. weil 6 der Spielerinnen aus Nakpanduri einfach ohne Bescheid zu geben auf den Markt in Nalerigu gegangen sind und für das Spiel nicht anwesend waren (so viel zum Thema Zuverlässigkeit 😉 ) .

Nun beginnt langsam, aber sicher die Abschiedsphase hier aus Nalerigu. Unsere Mentoren William und Heidi haben sich auch schon letzte Woche verabschiedet, da sie, nach 5 Jahren hier in Nalerigu, ein Jahr in den USA leben werden. Und für uns heißt es dann bald auch Abschied nehmen von unserer Gastfamilie, unseren Projekten und Freunden und allen/ allem anderen. Einerseits freue ich mich wieder auf Deutschland, andererseits werde ich hier auch einige Sachen vermissen. Aber auf jeden Fall möchte ich zurückkommen und alle hier in Nalerigu besuchen.

Das war es dann auch schon wieder aus Ghana 🙂

Vielen Dank fürs Lesen und liebe Grüße,

Adi

Bilder zu „Update aus Nalerigu“

So, hier nun die Bilder zu meinem letzten Blogpost „Update aus Nalerigu“ 🙂

Bilder von den Ausflügen mit dem Zahnarzt

Bilder zum Spontan-Besuch der Freiwilligen aus der Volta-Region

Milan und ich bei einer kleinen Ukulele-Jamsession auf dem Maisfeld

Unsere Gastmutter Baby (vorne links) freute sich sehr über den Besuch von den 3 Freiwilligen

Ausflug nach Nakpanduri mit den 3 Gästen

Bilder von meiner Reise

Akosombo-Bridge (bekannt als das „Tor zur Volta-Region“)

Basketball in Ho (im Hintergrund der Mount Adaklu)

Wasserfall in der Nähe von Ho

Grüne Natur in der Volta Region

Wanderung auf den Mount Gemi

Aussicht vom Mount Gemi (auf dem letzten Bild sind Ausläufer des Lake Voltas zu sehen)

Mount Gemi ist einer der einzigen Berge in Ghana mit Gipfelkreuz

Wanderung vom Mount Gemi zu unserer nächsten Unterkunft

Aussicht aus unserem Zimmer

Noch ein letztes Bild mit dem Mount Gemi (im HIntergrund links), bevor es weiterging

Tafi Atome Monkey Sanctuary

Bilder von Hohoe und der Umgebung

Ausflug zu den Wli-Waterfalls (den höchsten Wasserfällen in Ghana)

Ausflug zum Mount Afadjato, dem „höchsten Berg Ghanas“

Gericht in Accra

Makola Market in Accra

Update aus Nalerigu (noch ein paar Zähne gezogen, Besuch, 3-wöchige Reise und Krankheit)

Hallo 🙂

Nun melde ich mich nach einiger Zeit auch mal wieder aus Nalerigu. In den letzten Wochen endete erst das 2. Term des Schuljahres mit den End-of-Term-exams, bei denen meine Klasse in meinem Fach ICT (Information and communication technology) insgesamt serh gut abschnitt. Daher konnte ich mit einem guten Gefühl in die anschließenden Schulferien gehen. Doch zuvor war nochmal der 91-jährige Zahnarzt aus den USA da, den ich in den vorangehenden Monaten ja schon ein paar mal bei seinen Trips in die umliegenden Dörfer begleiten und selber auch Zähne ziehen durfte. Daher freute ich mich sehr, als ich von seinem Kommen erfuhr. und begleitete ihn und sein Team dann wieder bei 3 weiteren Trips und einmal kam auch mein Mentor William mit und machte ein paar Fotos (die Fotos werdet ihr wieder im nächsten Blogpost finden).

Vor Ende des Terms kamen für einen Spontan-Besuch noch die 3 Freiwilligen Milan, Emilie und Rosi für eine Woche in Nalerigu vorbei. Die 3 waren zuvor im Mole-Nationalpark gewesen und haben sich anschließend entschieden, noch für ein paar Tage bei mir vorbeizuschauen.

3-wöchige Reise in den Süden und Osten von Ghana

Dann möchte ich euch gerne von meiner bisher längsten Reise in Ghana berichten. Die eigentlich auf 2 Wochen angesetzte Reise musste ich aber um eine weitere Woche verlängern, weil ich leider krank wurde.

Meine Reise begann am Ostermontag und (natürlich) erstmal mit einer 4-stündigen Trotro-Fahrt nach Tamale, bei der ich wie immer das Gefühl hatte, dass meine Beine danach amputiert werden müssten, da wie immer das Metallgestell des Vordersitzes gegen meine Knie drückten. 🙃 In Tamale angekommen erfuhr ich dann, dass das Guesthouse in Tamale meine Reservierung vergessen hatte und daher kein Zimmer mehr für mich hatte. Alle anderen Guesthouses, die ich anrief, waren aufgrund der Osterzeit ebenfalls ausgebucht. Letztendlich machte mir Babys Schwester, die in Tamale wohnt, noch ein Zimmer in einem Guesthouse ein ganzes Tück außerhalb Tamales klar, von dem mich sogar der Manager noch im Auto abholte. Ich hatte mich ehrlich gesagt schon damit abgefunden gehabt, die Nacht auf der Straße verbringen zu müssen (ich kam ja erst um 20:30 Uhr in Tamale an) Daher war ich sehr dankbar, als ich erfuhr, dass es doch ein freies Guesthouse gibt.

Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Reisebus 13 Stunden nach Accra, wo ich 2 Nächte bei befreundeten Freiwilligen verbrachte. Anschließend ging es dann um 4 Uhr morgens mit dem Minibus zum

ersten Ziel meiner Reise; der Stadt Ho in der Volta Region,

die sich im Osten von Ghana befindet. Dort verbrachte ich 1 Nacht bei dem Freiwilligen Merlin, ebenfalls ein weltwärts-Freiwilliger. Ho ist eine sehr grüne, von Bergen umgebene Stadt. Insgesamt ist die Volta Region sehr grün und mit viel mehr Bergen „ausgestattet“ als der Norden Ghanas. Ich muss sagen dass mir diese Region zusammen mit den schönen Stränden Ghanas am besten gefallen hat. In Ho waren Merlin und ich u.a. Basketball spielen und bei einem Wasserfall in einem Nachbardorf. Am nächsten Morgen machten Merlin, der mich bei Teilen meiner Reise begleitete, und ich uns dann mit dem Sharing-Taxi auf den Weg zum

Mount Gemi,

der direkt neben dem höchst gelegenen Dorf Ghanas, genannt Amedzofe, liegt. Vom Dorf sind es nur 10 Minuten zu Fuß zur Spitze des Berges, von dem man bei klarem Wetter sogar Teile des riesigen Volta-Sees sehen kann. Insgesamt war die Aussicht von der Spitze des Berges wirklich atemberaubend (siehe Bilder). Ich hatte gelesen, dass man von dem Berg eine sehr schöne Wanderung runter ins Tal machen kann, und so fragten wir im Tourism Office in Amedzofe danach. Dort wurde uns gesagt, dass es einen solchen Wanderweg nicht geben würde, aber dass wir ja die Straße, die wir mit dem Auto hochgefuhren sind, runterlaufen könnten, was wir dann auch machten (im nächsten Guesthouse erfuhren wir dann, dass es sehr wohl einen extrem schönen Wanderweg durch Berge und Wälder gegeben hätte. Anscheinend war der „Touristen-Guide“ einfach nicht informiert gewesen). Auf unserer Wanderung wurden wir dann von einem starken Regenfall überrascht, weswegen wir 2 Stunden in einer noch nicht fertiggestellten Kirche verbrachten, bevor wir die letzten paar Kilometer ins Guesthouse wanderten. Dort trafen wir noch 5 andere deutsche Freiwillige aus Accra, mit denen wir dann den Abend verbrachten. Am nächsten Tag wanderten wir weiter und genossen die sehr schöne Natur der Volta-Region. Vom nächsten Dorf aus fuhren wir dann mit einem Motorrad-Taxi ins

Tafi Atome Monkey Sanctuary,

in dem man eine stark bedrohte Unterart der Monameerkatzen besuchen kann. Die Guides erzählten uns, dass die circa 700 Exemplare in dem Sanctuary sogar die letzten dieser Art weltweilt seien. Mit vorher gekauften Bananen konnte man die Affen anlocken, die dann auf einem herumkletterten und solange blieben, bis es keine Bananen mehr gab. Nach dem Besuch des Monkey Sanctuarys fuhren wir wieder mit dem Motorrad-Taxi zurück ins nächste Dorf, wo sich unsere Wege trennten. Während Merlin sich auf den Rückweg nach Ho machte, fuhr ich mit dem Trotro eine Stunde zu meinem nächsten Ziel, der Stadt

Hohoe,

in der die Freiwilligen Milan und Emilie leben, die mich 2 Wochen zuvor in Nalerigu besucht hatten. Hohoe ist erstens eine schöne Stadt und zweitens liegt sie wirklich perfekt in der Volta-Region, da man von Hohoe aus sehr gut zu umliegenden Bergen und Wasserfällen kommt. In den nächsten Tagen kamen dann auch noch insgesamt 7 andere Freiwillige nach Hohoe, die Milan kannten und mit denen wir dann Ausflüge machten. Der erste Ausflug brachte uns zu den bekannten Wli-Wasserfällen, welche gleichzeitig die höchsten Wasserfälle in Ghana sind. Die Wasserfälle bestehen aus 2 Strählen, von denen der obere erst in ein Becken führt, welches das Wasser dann in den 2. und größern Strahl mündet. Nach einer 1,5-stündigen Wanderung/ Klettertour durch den Busch erreichten wir den oberen Wasserfall, in dessen Becken man gut baden kann. Anschließend ging es den gleichen Weg wieder runter und zum zweiten Wasserfall, an dem wir nochmal eine gute Stunde verbrachten, bevor es zurück nach Hohoe ging. Am nächsten Tag ging es dann auch schon weiter zum „höchsten Berg Ghanas“, dem Mount Afadjato. Auch hier ging es wieder in einer circa 1-stündigen Wanderung auf die Spitze. Die Aussicht war schön, jedoch nicht ganz, was man sich vom höchsten Berg Ghanas versprechen würde. Tatsächlich sah man aber viele andere Bergspitzen, die die Spitze des Mount Afadjatos weit überragten. Da diese aber alle Teil von Gebirgsketten sind, zählen sie nicht als einzelne Berge und somit bleibt der Mount Afadjato der höchste in Ghana, wie uns unser Guide erklärte. Well played, Ghana… 🙃 Wieder in Hohoe verbrachten wir die nächsten Tage entspannt mit Kartenspielen, Schachspielen und Billiard in einer nahegelegenen Bar. Einen Tag verbrachten wir dann noch am Pool eines Guesthouses, bevor die anderen Freiwilligen dann ihre Reise fortsetzten. Eigentlich wollte ich mich dann nach einer weiteren Nacht auch auf den Rückweg machen (erst Accra und dann Tamale-Nalerigu), doch am Morgen meines geplanten Abreisetags wachte ich nach einer von komplett verrückten Fieberträumen (u.a. spielte ich im Traum gegen meinen eigenen Kopf Schachpartien 🙃) heimgesuchten Nacht mit relativ hohem Fieber, Übelkeit, Benommenheit sowie Kopfschmerzen auf. Insgesamt fühlte ich mich ziemlich genau so wie letztes Jahr im September, als ich Malaria hatte. Daher machten Milan und ich uns dann ziemlich direkt auf den Weg ins Krankenhaus, in dem ohne langes Zögern ein Bluttest gemacht wurde. Ich hatte mich schon auf ein weiteres Mal Malaria eingestellt und war daher wirklich überrascht, als der Arzt mir verkündete, dass ich Typhus habe. Er erklärte dann noch, dass ich wohl sogar die zweithöchste von 4 Stufen hätte (wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann bezog sich das auf die Anzahl der Typhus-Bakterien in meinem Blut). Nach seinen Typhus-Erklärungen fragte ich ihn, wie man das denn jetzt behandeln würde, doch er unterbrach mich mit einem Fingerzeig auf die Bluttest-Ergebnisse und den Worten: „Malaria is also there.“ Da war mir klar, dass ich den Jackpot gewonnen hatte. Als ob Typhus nicht schon genug gewesen wäre durfte ich mich nun auch noch zusätzlich mit Malaria rumschlagen. Ich kenne 2 andere Freiwillige, von denen eine auch schon Typhus und Malaria zusammen hatte (und die 2 Wochen deswegen sehr schwach im Krankenhaus verbrachte) und der andere (der „nur“ Typhus ohne eine zusätzliche Malaria hatte) sogar seinen Freiwilligendienst aufgrund seines schlechten Zustandes abbrach, um sich in Deutschland behandeln zu lassen. Dieses Wissen um die anderen 2 Freiwilligen und meine eigenen, nicht sehr positiven Erfahrungen mit Malaria machten mir wenig Hoffnung, dass die nächsten Tage angenehm werden würden. Diese Hoffnung sank noch weiter, als ich erfuhr, was für Medikamente ich zu nehmen hatte. Neben insesamt 6 Flaschen, die mir über eine Injektion in den Arm zugeführt wurden, sollte ich insgesamt 3×2 500mg-Paracetamol-Tabletten nehmen und dann noch sehr starke Antibiotika gegen Typhus und Malaria. Doch entgegen aller Erwartungen ging es mir relativ gut. Ich hatte zwar noch ein paar mal Fieber und war manchmal auf einmal sehr müde, aber ich hatte noch einen normalen Appetit und war in meinem alltäglichen Leben größtenteils nicht eingeschränkt. Daher konnte ich mich nach 4 weiteren Tagen in Hohoe dann wieder auf den Rückweg machen. Zuerst ging es nach

Accra,

wo ich wieder bei dem Freiwilligen Leo unterkam. 2 Tage verbrachte ich in Accra, in denen ich am ersten Tag mit Leo und einer anderen Freiwilligen erst auf den großen Makola Markt ging (der sich dadurch hervorhebt, als dass ein ganzes Viertel zum Markt wird) und anschließend in einem guten Restaurant essen war. Am nächsten Tag kam noch der Freiwillige Simon aus Kumasi nach Accra, mit dem ich dann den 2. Tag verbrachte. Wir gingen unter anderem auf den (komplett auf Touristen ausgelegten) Arts Market und hatten unseren Spaß mit den Händlern. Diese versuchen immer, die Besucher in ihre kleinen Shops zu locken und tun dies meistens, indem sie einen mit ein paar Brocken der jeweiligen Besuchersprache zubabbeln (auf Deutsch dann meistens: „Alles gut? Wie heißt du?“,…). Simon und ich beschlossen dann, von nun an jedem Händler was anderes zu erzählen. So waren wir am einen Stand russische Austauschstudenten und am nächsten dann südkoreanische Reisverkäufer. Das machte die ganze Sache um einiges witziger, da die Händler meistens komplett verwirrt waren. Problematisch wurde es nur, wenn einer der Händler dann auch die Sprachen der Länder konnte, aus denen wir vorgaben, zu kommen. Aber dann erfanden wir immer irgendwelche Geschichten und schüttelten den Händler ab. Auf dem Arts Market kaufte ich mir nach seeehr langen Verhandlungen ein Exemplar des ghanaischen Nationalspiels „Oware“. Anschließend liefen Simon und ich noch ein wenig durch Accra und sahen uns u.a. das alte Parlamentsgebäude und das höchste Gericht Ghanas an, wobei wir versuchten, in die Gebäude zu kommen, aber leider ohne offizielle EInladung nichth durften. Nach einem letzten Gang über den Makola Market ging es dann noch zur Geburtstagsparty einer anderen Freiwilligen, bevor ich mich am nächsten Tag früh morgens mit dem Bus auf den Weg nach Tamale machte. Dort verbrachte ich dann noch eine Nacht und fuhr dann am nächsten Morgen mit dem Trotro zurück nach Nalerigu.

Insgesamt fand ich die Reise sehr schön und habe die Volta Region sowie die Zeit mit den anderen Freiwilligen sehr genossen.

Das war es dann auch schon wieder von mir ☺. Jetzt hat die Schule und das Feeding Center wieder angefangen und in circa 2 Monaten bin ich schon wieder in Deutschland. Ende Mai plane ich zurzeit noch einen Kurzurlaub in Krokrobite (eine kleine Stadt direkt am Atlantik in der Nähe von Accra, an deren Strand man sehr gut surfen kann) mit ein paar anderen Freiwilligen.

Liebe Grüße aus Nalerigu und vielen Dank fürs Lesen,

Adi

Bilder zu „Besuche, Reisen und ein Umzug“

Bilder zu „Besuch meiner Familie aus Deutschland“

Familienfoto auf dem Platz vor dem Palast des Kings

Viel Spaß beim Besuch der Miracle Brain School

Baby begleitete meine Familie und mich bei einer kleinen Wanderung

Moschee in Larabanga auf dem Weg zum Mole-Park

Elefanten im Mole-Nationalpark

Stockbrot-Grillen in Nalerigu

Bilder zu „Besuch von und Reise mit meiner Patentante“

Trommlergruppe

Sonnenaufgang am Meer

Tag am Strand mit Lagunenüberquerung

Ehemalige Sklavenburg in Elmina mit anschließender Stadtführung

Kakum-Nationalpark

Traumstrand im Ankobra Beach Resort

Ausflug in ein Pfahlbaufen-Dorf

Noch mehr Strand 😉

Ehemalige Sklavenburg in Cape Coast

Bilder zu „Reise nach Accra, zum Festival nach Busua und nach Kumsi“

D.U.N.K.-Basketballprojekt in James Town, Accra

Lighthouse und Fußballplatz in James Town, Accra

Asa-Baako-Festival in Busua

Bühne der groß angekündigten „Djungle Party“

Besuche, Reisen und ein Umzug

Hallo 🙂

Seit meinem Blogpost sind wieder einige Sachen passiert, von denen ich euch jetzt berichten möchte. In den ersten 6 Monaten meines Aufenthalts in Ghana war ich kaum reisen (bis auf ein paar Wochenendsausflüge mit William und Heidi und natürlich der „Zwangsreise“ nach Accra wegen der Medical Examination). Grund dafür war, dass ich vergleichsweise viel krank war (Malaria etc.), ich aber auch erstmal richtig in Nalerigu bei meiner Gastfamilie und meinen Projekten ankommen und mich richtig einleben wollte, bevor ich dann auch das Land erkunden würde. Nun, da ich in der 2. Hälfte der 12 Monate bin, möchte ich noch die anderen Ecken Ghanas kennenlernen und das fing mit meinem Zwischenseminar in Kumasi schon an, von dem ich im letzten Blogpost bereits berichtete. Nach dem Zwischenseminar kamen mich erst meine Eltern und mein Bruder aus Deutschland besuchen und anschließend noch meine Patentante und eine Freundin von ihr. Nach den Besuchen war ich dann noch auf dem Asa Baako Festival in Busua mit einigen Freunden, die ich auf dem Zwischenseminar in Kumasi kennenlernte. Und um diese Besuche (mit denen ich auch reisen war) und meine Reise nach u.a. Busua wird es heute im Blogpost gehen.

Anmerkung: Wie bereits auch im letzten Blogpost werde ich die Bilder in einem separaten Post hochladen. Wer also in diesem Post die Bilder vermisst, muss einfach zum nächsten Post gehen, wo ihr alle Bilder finden werdet.

Besuch meiner Familie aus Deutschland

Ende Januar kamen meine Eltern in Accra an, wo sie erst ein paar Tage in einer Ferienanlage ein wenig außerhalb Accras verbrachten, um sich außerhalb der Fülle an Reizen, Autos und Menschen Accras an das Wetter und das Leben in Ghana gewöhnen zu können. Kurz nach ihnen traf auch mein Bruder ein, mit dem sie dann nach Tamale flogen, wo ich sie abholte und mit ihnen nach Nalerigu fuhr.

In Nalerigu angekommen zeigte ich ihnen in den nächsten Tagen die Projekte, in denen ich arbeitete sowie Nalerigu selber. Es war total schön, meine Familie nach über 6 Monaten wiedersehen zu können und das sogar noch in dem Land, wo ich für ein Jahr lebe und dass sie ohne ihren Besuch nur durch meine Erzählungen kennengelernt hätten, was natürlich etwas komplett anderes ist als wenn man das Land mit eigenen Augen sieht und kennenlernt. Nach ein paar Tagen in Nalerigu machten wir uns dann (mit dem Trotro (eine Erfahrung, an die sich meine Eltern bestimmt ihr Leben lang gerne zurückerinnern werden ;))) um 4 Uhr morgens auf den Weg nach Tamale und von dort – allerdings ab hier mit einem Fahrer, da ich meiner Familie nach den 3 Stunden nach Tamale die weiteren 7 Stunden Trotro-Fahrt in den Park ersparen wollte – zum Mole-Nationalpark, dem größten in Ghana. Im Park befindet sich das Mole-Motel direkt über einem großen Wasserloch, an das in der Trockenzeit 24/7 Tiere kommen, um zu trinken und sich abzukühlen. Dadurch sieht man auch schon ohne Safari vom Motel aus Elefanten, Affen und andere Tiere. Aber auch sonst kommen immer wieder Tiere auf das Gelände des Motels, meistens sind es (zum Glück) die für uns Ungefährlichen. Denn wenn man zum Beispiel eine Gruppe von 10 Baboons vor sich hat oder ein Elefant, der auf einen zutrampelt, hört der Spaß auf. Das haben wir aber zum Glück nur erzählt bekommen bzw. einmal bei einem anderen Gast mitbekommen, jedoch nie selber erlebt.

Der Park bietet verschiedene Safaris mit Guide an, an denen man vergleichsweise günstig teilnehmen kann (eine 2-stündige Walking Safari kostet bspw. nur etwas mehr als 3€ pro Teilnehmer). Wir verbrachten 2 Nächte im Motel und nahmen 2 Mal an der Walking Safari um 6 Uhr morgens und einmal an der Jeep Safari nachmittags teil. Die Jeep-Safari war leider nicht so berauschend, da der Jeep sehr laut war und man – wenn überhaupt – nur Tiere sah, die gerade am fliehen waren. Umso besser dagegen waren die Walking Safaris, bei denen wir beispielsweise bis auf 20 Meter an Elefanten rankamen und auch viele andere Tiere (Krokodile, Baboons,…) in ihrem natürlichen Leben beobachten konnten.

Nach unserem Aufenthalt im Park machten wir uns auf den Rückweg nach Nalerigu, wo meine Familie und ich nochmal 4 Tage verbrachten, an denen sich mein Bruder und mein Vater beide Klamotten aus afrikanischen Stoffen schneidern ließen und wir Spaziergänge durch Nalerigu und auf einen nahe gelegenen Berg machten.

Danach hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen für die nächsten 6 Monate bis zum Wiedersehen in Deutschland.

Besuch von und Reise mit meiner Patentante

Ende Februar kam dann auch schon der nächste Besuch: Meine Patentante und eine Freundin von ihr nahmen den langen Weg aus Deutschland nach Ghana auf sich, um zuerst im Süden mit einer Reisegruppe das Land zu erkunden und anschließend noch 5 Tage bei mir in Nalerigu zu sein. Meine Patentante hatte mir zu Weihnachten geschenkt, dass ich die Reisegruppe auf einer der zwei 5-tägigen Reisen begleiten durfte. Ich entschied mich für die Tour an der Küste entlang (dazu später mehr).

So kam es, dass ich mit dem Bus nach Accra fuhr, wo ich 3 Nächte bei befreundeten Freiwilligen, die ich auf dem Zwischenseminar kennenlernte, in James Town verbrachte. Die 2 arbeiten dort in einem großen Gebäudekomplex in dem Radiosender „A World in Accra“, den man über die App „TuneIn Radio“ auch in Deutschland kostenfrei hören kann. Im gleichen Gebäudekomplex, in dem auch das Radio ist, befinden sich außerdem noch ein Theaterprojekt (in dem ebenfalls 2 Deutsche Freiwillige arbeiten), 2 Box-Hallen (Boxen ist DER Sport in James Town, u.a. der jüngste Boxer in Ghana (6 Jahre alt), kommt aus James Town und wird in dieser Anlage trainiert), und das Basketball-Projekt „Dunk“ (Developing Unity Nurturing Knowledge). Da ich selber auch Basketball spiele, war ich natürlich besonders an dem Basketball-Projekt interessiert, in dem junge Männer und Frauen sowie Kinder in dem Sport trainiert werden, aber gleichzeitig auch durch Extra-Unterricht in der Schule unterstützt werden. Das Jungs-Team von „Dunk“ besteht aus 10 jungen Männern zwischen 17 und 23, die alle total locker und offen drauf waren – und echt gut Basketball spielen können. Ich war wirklich überrascht, denn Basketball ist in Ghana wirklich ein eher unbekannter Sport, aber die Jungs hatten echt was drauf. Umso mehr freute es mich, als ich eingeladen wurde, mitzuspielen. So kam es, dass ich an den beiden Tagen, an denen ich im Projekt war, über 4 Stunden mit dem Jungs Basketball spielte. Da fiel es mir mal wieder richtig auf, wie sehr ich das Basketball-Spielen auf einem guten Niveau vermisse und daher genoss ich es richtig, mal wieder ein paar richtige „competitive games“ zu spielen.

Außerdem hatte ich ein paar chillige Abende mit Leo (einer der 2 Freiwilligen, bei denen ich unterkommen durfte) in James Town, an denen er mir ein paar echt coole Spots zeigte. So waren wir unter anderem bei einer offenen Jam-Session, bei der Trommeln, Trompeten, Bass, Gitarre und sogar Blockflöten kombiniert wurden zu echt guter Musik bei einer total lässigen Stimmung.

Nach meinem Aufenthalt in Accra machte ich mich dann auf den Weg etwas aus Accra raus zu der Ferienanlage, in der meine Patentante und ihre Freundin wohnten. An dem Nachmittag, an dem ich ankam, gab es erstmal eine Vorstellung einer Tanz- und Trommelgruppe aus Accra, die sich neu geformt hatten und somit ihre erste Aufführung hatten. Nach dem darauffolgenden Strandtag ging es dann auch schon mit der 7- köpfigen Reisegruppe (sowie einem Guide und einem Fahrer) los in Richtung Westen zum ersten Ziel: der ehemaligen Sklavenburg in Elmina mit anschließender Stadtführung. Die Führung im Elmina Castle war sehr interessant und extrem schockierend, da man wirklich sehr viel erfuhr, wie die Sklaven behandelt und untergebracht wurden. Allerdings fand ich es sehr gut, dass die Führung und die Ausstellung wirklich nicht darauf ausgerichtet waren, irgendjemand ein schlechtes Gewissen zu machen, sonder vielmehr, um aufzuklären und den Besuchern klar zu machen, dass alles getan werden muss, damit so etwas wie nie wieder passieren kann. Nach der anschließenden Stadtführung und dem Abendessen fuhren wir dann zum Kakum-Nationalpark, wo wir in einem Baumhaus mitten im Dschungel übernachteten. Am nächsten Morgen machten wir in aller Frühe den berühmten Canopy-Walk, bei dem man sehr sehr weit über dem Boden über Hängebrücken von einem Baum zum nächsten laufen kann. Der Nationalpark ist wirklich überhaupt nicht vergleichen mit dem Mole-Park, da letzterer zu 90% aus Savanne besteht und man viele viele Tiere sieht, wohingegen der Kakum-Park im Dschungel ist und man durch die vielen Pflanzen wenn überhaupt Tiere hört. Nichtsdesotrotz war es eine tolle Erfahrung, da man wie gesagt mitten im Dschungel war.

Nach dem Nationalpark ging es dann weiter richtung Westen, wo wir für die nächsten 2 Nächte an einem paradiesischen Strand und in einer paradiesischen Unterkunft wohnten (siehe Bilder). Dort konnte man sehr schön am (fast müllfreien) Strand entspannen, schwimmen gehen und sogar surfen. Da mein letztes Mal Surfen schon über 2 Jahre zurücklag, freute ich mich über die Möglichkeit und verbrachte die meiste Zeit auf dem Wasser. Von der Anlage aus machten wir dann noch einen Halbtagesausflug in ein Pfahlbauten-Dorf an bzw. auf einem See. Das Dorf erreicht man nur durch eine ca. 30-minütige Bootsfahrt erst auf einem Fluss mitten im Dschungel und anschließend auf dem See selber. Dasselbe müssen die Dorfbewohner jedes Mal zurücklegen, wenn sie mal aus dem Dorf rausmüssen. Besonders überraschend fand ich, dass es in dem Dorf keine weiterführende Schule gab und die Kinder so ab der 5. Klasse jeden Tag mit ihren Booten ans Land fahren müssen, um in die Schule gehen zu können, und anschließend wieder zurück ins Dorf. Ansonsten war der Aufenthalt im Dorf interessant, aber auch bedrückend, da ich mich glaube ich noch nie so sehr als Tourist fühlte, der in den privaten Lebensraum der Dorfbewohner eindrang, wie während unseres Besuchs im Dorf. Hauptgrund war, dass es nur einen etwas breiteren „Haupt-Steg“ gab, an dem links und rechts gelegen direkt die Hütten der Bewohner waren. Folglich gab es bis auf ihre Hütten (und die werden tagsüber fast unerträglich heiß, wie wir erfuhren) eigentlich keinen Rückzugsort vor den wirklich vielen Touristen (allein als wir da waren kamen 4 weitere Boote an, die jeweils bis zu 15 weiße Touristen ins Dorf brachten)… Daher war ich dann froh, als wir das Dorf wieder verließen und in unsere Unterkunft zurückkehrten. Nach einer weiteren Nacht in der Unterkunft ging es dann weiter nach Cape Coast, wo wir uns die ehemalige Sklavenburg mit dem dazugehörigen Museum ansahen. Wie auch schon in Elmina löste es bei allen von uns ein bedrückendes Gefühl aus, über die Vergangenheit dieser am Meer gelegenen Festung zu lesen und die Verliese zu sehen, in denen die Sklaven gezwungen wurden zu leben, bis sie den sogenannten „Point of no return“ (in Elmina und Cape Coast jeweils in Form einer Tür) passierten und mit dem Schiff weit weg ihrer Heimat gebracht wurden, um anderen Menschen zu dienen. Es war auf jeden Fall ein erleichterndes und befreiendes Gefühl, als wir die Burg verliesen und uns noch den Handwerkermarkt ansahen, auf dem es größtenteils ghanaische handgemachte Ledertaschen und -rucksäcke gibt.

Nach Cape Coast ging es dann auch schon zurück richtung Accra, wo meine Patentante, ihre Freundin und ich uns von der Reisegruppe verabschiedeten und nach einer weiteren Übernachtung nach Tamale flogen und von da weiter nach Nalerigu fuhren.

In Nalerigu verbrachten wir dann ein paar schöne & entspannte Tage, in denen ich meinen 2 Gästen – wie circa einen Monat vorher meiner Familie – Nalerigu sowie die 2 Projekte zeigte, in denen ich arbeite.

Nach unserem Kurzaufenthalt in Nalerigu fuhren wir dann wieder nach Tamale, von wo meine 2 Gäste nach Accra flogen und ich mit dem Bus ebenfalls nach Accra fuhr, denn ich hatte mir Urlaub genommen für eine …

Reise nach Accra, zum Festival nach Busua und nach Kumasi

Wie schon 2 Wochen zuvor kam ich wieder bei den 2 deutschen Freiwilligen Leo und Michelle unter und begleitete sie auch wieder an einem Tag in ihr Projekt (das Radio-Projekt in James Town, s.o.). Allerdings verbrachte ich – wie auch schon 2 Wochen zuvor – die meiste Zeit auf dem Basketballplatz im Dunk-Projekt. Ich hatte sogar großes Glück, denn an dem Tag, als ich da war, stand das Spiel der Coaches gegen die Player an. Ich durfte sogar bei den Coaches mitspielen, und so spielten wir insgesamt 6 Viertel (statt den normalen 4), da es ja vor allem um den Spaß ging und da spielt es dann auch keine Rolle mehr, ob es nun 6 oder 4 Viertel sind ;). Leider war ich selber nicht bei 100%, da ich mir beim Frisbee am vorangehenden Sonntag bei einem Sturz den unteren Rücken geprellt hatte, was meine Bewegungsfähigkeit extrem einschränkte. Trotzdem hatte ich viel Spaß, da das Spiel auf einem hohen Niveau stattfand, bei dem das Team der Coaches mit 76-68 siegreich hervorging. Die 2. Nacht verbrachte ich in einer Freiwilligen-WG von Freiwilligen, die ich ebenfalls beim Zwischenseminar kennengelernt hatte.

Denn eine der WG-Bewohnerinnen, ein Freund von ihr und ihre Vorfreiwillige (die zu Besuch da war), wollten in der Nacht mit dem Auto 5 Stunden westlich fahren nach Busua, wo vom 6. bis zum 10. März das Asa Baako Festival stattfand. Unseren eigentlichen Plan, schon abends los- und die Nacht durchzufahren verwarfen wir, da uns jeder, den wir fragten, ob das denn ginge, davon abriet. Grund dafür sind bewaffnete Überfälle auf Privatautos auf dem Teil der Strecke, der durch den Regenwald geht. Wenn man Glück hat, so hieß es mehrfach, dann würden sie nur das Auto nehmen, und wenn man Pech hat, dann würden sie zuerst in das Auto schießen oder die Insassen als Geißeln mitnehmen. Abgerundet wurde diese schöne Vorstellung mit der Aussage, dass jedes 2. Privatauto derzeit nachts Opfer eines solchen Überfalls wird. Das klingt doch vielversprechend, oder?? 😉 Wir wollten unser Glück jedenfalls nicht herausfordern und beschlossen daher, früh morgens um 3 Uhr loszufahren, damit wir an der bewaldeten Stelle erst sind, wenn es schon hell ist, da sich dann die Zahl der Überfälle stark reduziert.

Nach einer guten Stunde der Fahrt beschlossen wir dann aber doch, zurückzukehren und mit dem Bus zu fahren. Grund dafür waren die immer schlechter werdenden, unbeleuchteten Straßen und dem Fahrstil der anderen Autofahrer. Natürlich brauchte es mit dem Bus deutlich länger und wir kamen so erst um 13 Uhr anstatt zum Sonnenaufgang an, aber dafür hatten wir uns 5 Stunden Horror-Autofahrt erspart.

Die nächsten Tage waren sehr entspannt, da das Asa-Baako-Festival direkt am bemerkenswert schönen, in einer Bucht gelegenen Strand von Busua stattfand. Busua ist ein sehr kleines Fischerdorf, das von Urlaubern eigentlich nur für einen entspannten Badeurlaub besucht wird, oder eben von denen, die einmal im Jahr zum Asa Baako kommen. Auf der Website des Festivals wurde ein großes Programm angekündigt (Surfing-Competition, Beachvolleyball-Turniere etc.), von dem jedoch der größte Teil nicht stattfand (was mich aber auch gewundert hätte bei einem kostenlosen Festival in Ghana 🙃). Trotzdem hatten die anderen 8 Freiwilligen, mit denen ich da war, und ich eine sehr schöne Zeit mit ein paar coolen Partys direkt am Strand, sehr nicen Surf-Sessions (mit denen wir eigentlich die meiste Zeit verbrachten) und kleinen Ausflügen, bspw. in die nächstgelegene Bucht. Da es hier im Norden von Ghana so gut wie keine Party-Kultur gibt, habe ich diese paar Tage auf dem Festival besonders genossen, da man einfach mal wieder mit Freunden richtig feiern konnte. Ein Reinfall hingegen war die groß angekündigte „Djungle-Party“, die in der vorletzten Nacht des Festivals stattfand. Es war die einzige Party, für die man Eintritt bezahlen musste (50 Cedi, ca. 8€). Gegen 22 Uhr fuhren wir mit dem Taxi circa 15 Minuten in den Dschungel, wo zuvor eine freie Fläche geschaffen wurde und eine Bühne und Bars aufgebaut wurden. An sich eine sehr coole Idee, aber sie war sehr schlecht umgesetzt. Getränke waren viel zu teuer, alle paar Minuten ging die (wirklich schlechte) Musik und das Licht aus, weil der Generator Probleme hatte, und es war viiiiel zu voll. Es hatte wohl keinen Verkaufsstop für die Eintrittskarten gegeben, weswegen man sich kaum bewegen konnte auf der Party… Daher machten wir uns nach 3 Stunden auf der Party auf den Rückweg nach Busua und saßen noch eine Weile am Strand.

Nach Ende des Festivals fuhr ich mit Simon und Jette, 2 Freiwillige aus Kumasi, gemeinsam nach Kumasi und verbrachte dort noch ein paar entspannte Tage, in denen ich u.a. Simon bei seiner Arbeit auf der Farm begleitete. Dann wurden die 2 allerdings beide krank und es wurde beiden Malaria-Medikamente verordnet. Daher verbrachten wir die nächsten Tage auf dem Sofa und machten noch einen Ausflug auf den großen Central Market in Kumasi. Dann machte ich mich auf den Rückzug nach Nalerigu.

Umzug

Noch während der Reise mit meiner Patentante und ihrer Freundin im Süden erhielt ich einen Anruf von einem Freund meiner Gastfamilie, dass ich so schnell wie möglich nach Hause kommen sollte, da mein Zimmer abgerissen werden würde und ich meine Sachen rausräumen müsse. Grund dafür war, dass eine neue Straße an dem Gebäude, in dem mein Zimmer war, gebaut werden sollte. Meine Gastfamilie erfuhr davon auch erst am Tag, bevor mit dem Abriss begonnen werden sollte. Die neue Straße führt zwar wirklich ins Nichts (am Ende der neuen (und nun 7 Meter breiten) Straße sind nur ein paar Trampelpfade, die sich im Busch verlaufen. Aber da Nalerigu ja nun die Hauptstadt der neuen Region in Ghana ist, müssen wohl die Straßen neu und breiter gemacht werden… Glücklicherweise war meine Rückreise so oder so am nächsten Tag geplant, sodass ich rechtzeitig in Nalerigu wieder ankam. Die anderen 2 Zimmer in dem Gebäude waren schon größtenteils abgerissen worden, nur noch mein Zimmer und ein paar Mauerreste der anderen Zimmer standen noch. Der Abriss meines Zimmers verzögerte sich dann auch nochmal um ein paar Tage, da es wohl den Bau neuen Straße doch nicht so sehr beeinflusste wie zuerst gedacht. Trotzdem habe ich meine Sachen jetzt in das Hauptgebäude meiner Gastfamilie geräumt und wohne jetzt im Zimmer meiner Gastgeschwister Ephraim, Cate und Bernice. Das ist jetzt gerade noch kein Problem, da Cate und Bernice beide im Internat im Süden Ghanas sind und mein Gastbruder jetzt bei meiner Gastmutter im Zimmer wohnt, allerdings weiß ich nicht, wie es dann aussieht, wenn Bernice und Cate wieder in Nalerigu sind… Aber wir werden sehen…

Das war es dann auch schon wieder. Ich bin jetzt nochmal einige Wochen in Nalerigu und dann geht es auf die nächste Reise in der Volta-Region im Osten Ghanas mit ein paar anderen Freiwilligen. 🙂

Nochmal als Erinnerung: Die Bilder zu diesem Blogpost sind im nächsten Post 😉 .

Liebe Grüße aus Ghana,

Adi

Bilder zum Post „Weihnachten, Silvester, Ausflüge und das Zwischenseminar“

Fehlende Bilder zu Ausflüge

Aussicht von einem Hügel auf der Fahrradtour nach Nakpanduri mit William

Spaziergänge in und um Nalerigu

Fehlende Bilder zu Das Zwischenseminar in Kumasi

Kumasi mit dem riesigen „Central market“, der sich unter den Wellblechdächern befindet

Gruppe von Musikern, die Leo (rechts) und ich in einem Restaurant trafen

Fahrt an den Lake Bosumtwi. Die geteerte Straße veränderte sich später zu einer für einen Bus fast unbefahrbaren hügeligen und engen Schotter- und Sandpiste

Lake Bosumtwi (links im Bild: ghanaische Fischer auf flachen Booten beim Fischen)

Lake Bosumtwi

Ferienanlage, in der wir unseren Tag am Lake verbrachten

Auf der Fahrt zum Lake

Noch ein Bild vom Lake mit den Fischern

Gruppenbild von allen Freiwilligen beim Seminar

Gruppenbild mit einem Teil der Gruppe am Lake Bosumtwi und dem Busfahrer in der Mitte (das Bild druckte der Busfahrer sich später in DinA3-Größe aus und es ist jetzt laminiert an der Außenseite seines Busses verewigt)

Farm, auf der der Freiwillige Simon in Kumasi arbeitet

Stockbrot auf Simons Farm mit 4 Farmarbeitern aus Burkina Faso und den 2 anderen Freiwilligen Jette aus Kumasi (links) und Milan aus Hohoe (rechts)

Probleme beim Upload…

Wie euch vielleicht beim Lesen des letzten Blogposts aufgefallen ist, gibt es in dem Post einige Tippfehler und es fehlen ein paar Bilder. Ich weiß leider selber nicht warum, aber WordPress lässt mich den Beitrag nicht mehr bearbeiten, um die Fehler zu korrigieren und die fehlenden Bilder einzufügen (die App stürzt immer ab bzw. hängt sich auf, wenn ich versuche, den Beitrag zu bearbeiten). Auch über mein Handy oder den regulären Browser lässt sicht der Beitrag leider nicht mehr bearbeiten…

Da ähnliche Probleme bereits beim letzten Post auftraten (Bilder nicht hochgeladen/ Beitrag im Nachhinein nicht mehr bearbeitbar), werde ich von nun an Text und Bilder in 2 verschiedene Posts aufteilen. Also den Text in den einen und die Bilder in den anderen Post.

Das macht die ganze Sache natürlich komplizierter – sowohl zum Lesen für euch als auch zum Erstellen für mich, aber ich denke/ hoffe, dass das eine Lösung ist, mit der ich wieder ohne größere Probleme meine Erlebnisse mit euch teilen kann.

Falls jemand von euch sich besser mit WordPress auskennt als ich und vielleicht eine Idee hat, um dieses Problem zu lösen, würde ich mich natürlich über Hilfe freuen. 🙂

Vielen Dank für euer Verstädnis und viele Grüße aus Nalerigu,

Adi

PS: Der Post mit den restlichen Bildern zum letzten Blogpost kommt wahrscheinlich morgen früh online.

Weihanchten, Silvester, Ausflüge und das Zwischenseminar

So, erstmal wünsche ich euch allen noch ein frohes neues Jahr und hoffe, dass ihr alle schöne Feiertage hattet. 🙂

Dann möchte ich mich entschuldigen, dass der Blogpost zu Weihnachten und Silvester erst so spät kommt. Wie ihr im Post lesen werdet, hatte ich ziemlich direkt nach den Weihnachtsferien mein Zwischenseminar in Kumasi, weswegen ich keine Zeit hatte, einen Blogpost zu schreiben. Außerdem kam noch meine Familie für 9 Tage nach Nalerigu, aber darüber schreibe ich dann nochmal einen anderen Post 🙂 .

Viel Spaß beim Lesen 🙂 .

Weihanchten in Ghana

Auch in Ghana wird Weihanchten gefeiert, wenn auch in einem bedeutend kleinerem Ausmaß als in bspw. Deutschland. Die Geschenkkultur, die bei uns ja an Weihanchten oder an Geburtstagen gang und gebe ist, ist hier so gut wie gar nicht vorhanden. Auch das Wetter war nicht besonders weihnachtlich; 37° im Schatten machen eine weiße Weihnacht eher unwahrscheinlich 🙃. Aber dank eines 2 Meter hohen Plastikweihanchtsbaums und anderer Weihanchtsdeko, mit der Baby das Haus schmückte, kamen dennoch wenigstens ein wenig die Weihnachtsgefühle auf.

Weihnachtsdeko (an Heiligabend leider ohne Licht wegen Stromausfall)

Am 24. Dezember ist es hier in Nalerigu die Tradition der Missionare, durch das Krankenhaus zu laufen und den Patienten die Weihanchtsgeschichte vorzulesen und dann noch ein paar Weihnachtslieder zu singen. Anschließend kriegt jeder der Patienten noch eine Orange als „Weihanchtsgeschenk“. In den Vorjahren wurden unsere Vorfreiwilligen auch immer eingeladen, die Missionare (also unsere Mentorenfamilie und noch eine weitere Familei aus den USA) zu begleiten, und auch Gescha und ich wurden gefragt, ob wir Lust hätten, mitzumachen. So kam es, dass wir dann am 24. Dezember um 18 Uhr (also genau zu der Zeit, wo deutsche Familien beim gemeinsamen Abendessen sitzen, in der Kirche sind oder schon Geschenke auspacken) für gute 2 Stunden mit einem Rollstuhlm auf wir die Orangenkisten stapelten, von Zimmer zu Zimmer liefen (in den Zimmern befinden isch immer 10-30 Patientenbetten und entsprechend viele Patienten), William die Weihnachtsgeschichte auf Mampruli vorlaß und wir anschließend Lieder sangen und Orangen verteilten. Insgesamt glaube ich, dass die Patienten sich darüber sehr gefreut haben, teilweise richteten sie sich, obwohl sie teilweise sehr schwach aussahen, in ihren Betten auf und sangen mit.

Als wir alle Zimmer besucht hatten, ging ich zurück zu unserem Haus, allerdings war den ganzen Abend Stromausfall (also auch die Lichterketten im Wohnzimmer und um den Weihanchtsbaum waren aus und damit war auch das Weihnachtsfeeling nicht mehr so am Start ) und Baby war bereits in der Kirche. Als ich um 20:45 Uhr in der Kirche ankam (der Gottesdienst hätte um 20 Uhr losgehen sollen), war bis auf Baby und 2 andere niemand da (soviel nochmal zu Ghanern und Pünktlichkeit). Also half ich Baby noch, die Kirche fertig zu schmücken und dann gingen wir nochmal nach Hause, um Abendessen zu machen. Danach gingen wir wieder in die Kirche, wo dann auch mehr los war.

Heiligabend im Krankenhaus – William liest die Weihanchtsgeschichte auf der lokalen Sprache Mampruli vor

Geschenke gab es hier in Ghana auch zu Weihnachten nicht. Ich wurde insgesamt oft von Freunden und Familie gefragt, ob ich denn nicht besonders in der Weihanchtszeit, die ja allgemein als Familienzeit gilt, extremes Heimweh gehabt hätte. Da antwortete ich immer, dass ich in der Weihanchtszeit natürlich schon an zu Hause denke und ein paar Sachen vermisse, aber wirklich von Heimweh kann man glaube ich noch nicht sprechen (also mir ging es beispielsweise nie wirklich schlecht, wenn ich dann mal an zu Hause dachte). Das liegt möglicherweise daran, dass hier in Ghana einfach nicht wirklich Weihanchtsgefühle aufkamen. Ähnlich wie mit meinem Geburtstag hatte ich einfach das Gefühl, dass das Fest dieses Jahr einfach ausgefallen ist. Möglicherweise wäre mein Heimweh stärker gewesen, wenn wir hier ähnlich wie in Deutschland gefeiert hätten, da ich dann automatisch Vergleiche gezogen hätte und bestimmte Dinge vermisst hätte. Nun war es aber wirklich so, dass ich am 27. Dezember oder so gemerkt habe: „Oh, das war ja jetzt schon Weihnachten.“.

Silvester in Ghana

Auch Weihnachten wird in Ghana komplett anders gefeiert als bei uns. EIgentlich findet man fast alle Ghanaer am 31. Dezember ab spätestens 21 Uhr in der Kirche, wo sie, gemeinsam mit den anderen Gemeindemitgliedern, einen Gottesdienst bis ins neue Jahr feiern und so das neue Jahr begrüßen. Unsere Mentorenfamilie verbrachte Silvester zu Hause, und so beschlossen Gesche und ich, Silvester bei ihnen zu verbringen (wir hatte beide nicht sooooo Lust auf einen 3-4 Stunden-Gottesdienst). Ich hatte von meinem Geburtstag noch Wunderkerzen, die wir an meinem Geburtstag nicht nutzten, weil ich ja mit Malaria im Bett lag, und diese nahmen wir dann mit zu WIlliam und Heidi, wo wir bis 0 Uhr einen Film schauten und dann mit unseren Wunderkerzen in ihrem Garten ein paar trockene Blätter anzündeten und so ein kleines Neujahrsfeuer hatten.

Ausflüge

In den letzten 2 Monaten habe ich einige interessante Ausflüge gemacht, von denen ich euch ein paar Bilder zeigen möchte:

Fahrradtour nach Nakpanduri und zurück mit William

Ausflug zu ein paar sehr großen Steinbrocken in der Nähe von Nalerigu

Spaziergänge in und um Nalerigu

Diverese andere Touren und Ausflüge

Das Zwischenseminar in Kumasi

Das war das letzte Ereignis, das in der letzten Zeit stattfand; vom 21. bis zum 28. Januar fand das Zwischenseminar in Kumasi statt. Da von Nalerigu ein Direktbus nach Kumasi fährt, dieser aber schon um ca. 5 Uhr morgends in Kumasi ankommt, entschloss ich mich dazu, schon einen Tag vor dem Seminar anzureisen, um einen Tag zu haben, um in Kumasi anzukommen. Kumasi ist mit ca. 1,3 Millionen Einwohnern nicht sehr viel kleiner als Accra (ca. 1,3 Millionen), doch trotzdem habe ich die Stadt komplett anders wahrgenommen als Accra. Zuerst einmal fällt auf, dass die Stadt viel grüner ist als Accra. Es gibt viele Parks, einen botanischen Garten und sogar einen Zoo mitten in der Stadt. Außerdem ist der Verkehr meiner Meinung nach entspannter als in Accra. In Accra kommt es eigentlich nie vor, dass es mal keinen Stau gibt, wohingegen in Kumasi der Verkehr teilweise schon auch stockend ist, aber insgesamt doch flüssiger abläuft als in Accra. Am auffälligsten fand ich jedoch, dass Kumasi entspannter ist als Accra. Es gibt den großen Central Market, auf dem immer extrem viel los ist, man sich schneller verläuft als in einem Labyrinth und auf dem man wirklich alles kaufen kann, was es so zu kaufen gibt. Doch außerhalb dieses Marktes geht es nicht so gehetzt und voll zu wie in Accra. Mir hat das sehr gut gefallen, denn so konnte man sich „aussuchen“, auf was man gerade Lust hat; Stress oder Entspannung, viele Menschen und Eindrücke auf einmal oder eher weniger, und so weiter.

An meinem freien Tag in Kumasi vor dem Seminar lief ich einfach durch die Stadt, ein bisschen über den Central Market und versuchte, mir wenigstens ansatzweise ein Bild von Kumasi zu schaffen. Am Tag danach ging dann das Seminar schon los. Auf dem Seminar waren insgesamt 32 Freiwillige, von denen 30 aus Ghana kamen und jeweils eine Freiwillige aus Burkina Faso und aus dem Benin anreisten. Die Freiwilligen, die in Ghana wohnen, kommen aus den verschiedensten Ecken aus Detuschland und wohnen auch in Ghana fast über das ganze Land verteilt. Das Seminar selber startete dann am nächsten Tag nach dem Mittagessen. Nach einigem Kennenlernen und einer Vorstellrunde wurde dann das Programm vorgestellt. Die ersten 3 Tage waren von den Leitern mit Programm gefüllt worden und beinhalteten verschiedene Themen, die dann im Plenum, in Kleingruppen oder in Einzelarbeit bearbeitet wurden. Zu diesen Themen gehörten beispielsweise der Umgang mit Konflikten, die Rolle des Mannes und der Frau in Ghana, Postkolonialismus.

Ein Highlight war für mich auf jeden Fall der 2. Tag, an dem wir in 2er-Gruppen nach Kumasi geschickt mit dem Auftrag, mithilfe von ein paar Fragen und Anregungen mal bewusst aufmerksam auf verschiedene Dinge zu achten, beispielsweise, wie wir als weiße Personen wahrgenommen werden, was uns an Unterschieden zu Deutschland auffällt und zuletzt sollten wir 3 Steckbriefe zu Personen erstellen, die wir im Laufe des Tages trafen. Ich ging gemeinsam mit Leo, mit dem ich auch in einem Zimmer wohnte, in die Stadt, und wir hatten einen extrem interessanten und witzigen Tag mit sehr coolen und witzigen Begegnungen mit Menschen, denen man bestimmt nicht jedem Tag über den Weg läuft (bspw. einem ghanaisch-jamaikanischem Reaggae-Musiker, der gemeinsam mit einem anderen ghanaisch-britischen Musiker und ein paar anderen Leuten im gleichen Restaurant wie Leo und ich aßen und sich, als wir sie anschließend ansprachen, als extrem freundliche, offene, aber auch ein bisschen verrückte (auf eine gute Art ;)) Menschen herausstellten. Außerdem hatten wir eine sehr aufschlussreiche Führung durch ein Kriegsmuseum in einem alten britischen Fort in der Mitte von Kumasi. Unser Guide war ein junger Ghaner, der gerade sein IT-Studium abgeschlossen hatte und jetzt für 1 Jahr für den Staat arbeitet (das ist in Ghana verpflichtend nach dem Studium, wenn ich es richtig verstanden habe). Der Guide war ein total cooler und offener Typ, der sich in seiner Freizeit enorm viel Extrawissen über die Exponate und die ghanaische Geschichte angeeignet hatte und darauf bestand, dass wir jede Frage stellten, die uns in den Sinn kam und solange nachhakten, bis wir alles verstanden haben. So kam es, dass wir anstatt der eigentlich als 30-minütig angekündigte Führung 2 Stunden mit unserem Guide durch das Museum liefen.

Am 4. Tag des Seminars gab es dann die Möglichkeit für jeden Teilnehmer, auf Zettel zu schreiben, welche Themen er gerne noch behandelt hätte im Seminar. Die gesammelten Themen wurden dann gruppiert und eine Gruppe der Teilnehmer erstellte dann so etwas wie einen Seminarplan. Da es sehr viele und zum teil anspruchsvolle Themen waren, war es uns immer freigestellt, uns aus dem Seminar „zurückzuziehen“ und Freizeit zu haben, wenn wir mal eine Pause brauchten. So kam es, dass ich beispielsweise an einem Nachmittag mit ein paar anderen Jungs auf dem Gelände einer Schule in der Nähe unserer Unterkunft Basketball spielen war. Das war echt cool, da wir alle mal eine Pause mal gebraucht hatten und als dann noch ein paar von der Schulmannschaft mitgespielt haben, kam es sogar zu richtig intensiven Games, was ich bislang hier in Ghana sehr vermisst habe.

Am vorletzten Tag des Seminars hatte die Planungsgruppe einen Ausflugstag geplant. Es gab 2 Optionen: Entweder, man geht den Tag über nochmal nach Kumasi in die Stadt oder man fährt mit einem Bus an den Lake Bosumtwi (ein fast kreisrunder und total schöner See in der Nähe von Kumasi, der vor Millionen von Jahren wohl durch einen Kometeneinschlag entstanden ist.). Der Großteil der Gruppe, inklusive mir, entschied sich für den See, und so fuhren wir circa 2 Stunden mit dem Bus aus Kumasi raus und verbrachten einen sehr schönen Tag an dem See. Das eigentlich geplante Programm ließen wir dann in Absprache mit den Leitern des Seminars ausfallen, da wir alle einfach mal den Kopf freibekommen und entspannen wollten und das auch alle brauchten, da die Vortage sehr intensiv waren.

Insgesamt fand ich das Seminar sehr gut und es hat mir viel gebracht. Der Austausch mit anderen Freiwilligen war/ ist sehr wertvoll und es war außerdem eine tolle Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen (vor dem Seminar kannte ich von den 32 Freiwilligen niemand, bis auf Gesche), die man nun in der 2. Hälfte des Jahres besuchen und/ oder mit ihnen reisen kann.

Sehr schön fand ich es auch, dass es so gut wie keine Gruppenbildung gab, obwohl sich die meisten Freiwilligen untereinander immer schon in circa 6er-Gruppen oder so kannten (durch Reisebegegnungen, das Leben in der gleichen Stadt in Ghana oder in Deutschland oder über die gleiche Entsendeorganisation), doch man hatte von Beginn an das Gefühl, dass wir eine große Gruppe waren und man mit jeder und jedem offen reden konnte.

Ich hatte schon vor dem Seminar beschlossen, dass ich nach Ende des Seminars noch ein paar Nächte länger in Kumasi bleiben würde, um mir noch ein paar Sachen anzuschauen. 2 Freiwillige aus Kumasi ließen mich und ein paar andere Interessierte Freiwillige bei ihnen in der WG schlafen, doch nach Ende des Seminars gingen wir (eine Gruppe von ca. 12 Teilnehmern des Seminars) in das Projekt von einer Freiwilligen, wo wir unsere Taschen und Rucksäcke abstellen konnten. Dann gingen wir auf den Central Market, wo mir fast mein Handy von Taschendieben geklaut wurde. Das ist eben ein Nachteil an einer Großstadt… Doch glücklicherweise merkte ich es rechtzeitig und war so in der Lage, mein Handy festzuhalten, bevor der junge Mann damit in der Menschenmenge verschwinden konnte. Nachdem wir 2 Stunden über den Markt gelaufen sind, gingen wir in ein Restaurant, was ich über Empfehlungen gefunden hatte und in dem ich auch während des Seminars an dem Tag, an dem wir in Stadt geschickt wurden, mit Leo zum Essen war. Mit insgesamt 20 Personen waren wir dann abends in dem Restaurant Pizza essen, bevor man sich dann von dem Großteil der Gruppe verabschiedete und sich nun eine reduzierte Gruppe von 10 Freiwilligen auf den Weg in die WG von Simon und Jette, den 2 Freiwilligen aus Kumasi, machten.

Am nächsten Tag wollte ich einen Ausflug in den Bobiri Butterfly Sanctuary, auf den ich durch den Reiseführer aufmerksam geworden bin, machen. Der Wald gilt als der artenreichste Wald in Ghana und wurde sehr für einen Besuch empfohlen. Als ich den anderen Freiwilligen von meinem Plan erzählte, schlossen sich mir 8 von ihnen an, was mich natürlich sehr freute. Also machten wir uns zu 8. auf den Weg zum Wald und hatten dort einen sehr schönen Tag. Eigentlich hatte ich geplant, noch am gleichen Abend zurück nach Nalerigu zu reisen, allerdings kamen wir zu spät nach Hause, um noch ein Busticket für den gleichen Tag zu kaufen, und so blieb ich noch eine weitere Nacht bei Simon und Jette. Am nächsten Tag begleiteten Milan (ein anderer Freiwilliger, der auch noch eine Nacht länger blieb) und ich Simon zu seiner Arbeit. Simon arbeitet in Kumasi auf einer Farm, die zu Fuß nur 2 Minuten von seinem Haus weg ist und die einem Ghanaer gehört, der aber einige Jahre in Deutschland studiert hat und daher fließend Deutsch spricht. Es war ein sehr interessanter und erlebnisreicher Tag, da Milan und ich von Simon vel gezeigt und erklärt bekamen und seler mitarbeiten durften. Da die Arbeit auf der Farm von 7.13 Uhr geht, hatten wir dann den Nachmittag und Abend nochmal freie Zeit, in der Milan mir das Ukulele-Spielen grundlegend beibrachte (Nochmal danke dafür 😉 ). Abends machten wir dann noch Stockbrot, dass wir auf Simons Farm mit ein paar jungen Mitarbeitern der Farm ganz entspannt am Feuer aßen. Später furh ich dann wieder in die Stadt zum Busbahnhof, um von dort mit dem Bus über Nacht zurück nach Nalerigu zu fahren.

So, das waren die letzten großen Ereignisse in meinem Leben hier in Ghana. Ich schreibe in den nächsten Tagen noch einen Post über die Zeit mit meiner Familie, mit der ich auch im Mole Nationalpark war.

Liebe Grüße aus Nalerigu,

Adi 🇬🇭

Everyday-Life in Nalerigu, Damba-Festival und Ausflüge

Soo, jetzt melde ich mich auch mal wieder aus Ghana 🙂 Seit meinem letzten Blogpost sind ein paar Sachen passiert, von denen ich euch gerne berichten würde und außerdem ist mir aufgefallen, dass ich noch nie wirklich meinen Alltag beschrieben habe, das wird also auch heute nachgeholt 😉

Der Alltag – Mein everyday-life in Nalerigu

Wie ich wohne:

Wie ihr wisst, wohne ich in einer Gastfamilie hier in Nalerigu. Mein Gastvater Joseph ist vor ca. 1 Monat wieder nach China geflogen, um sich weiter zu spezialisieren in der Medizin. Meine zwei Gastschwestern, Cate (15 Jahre) und Bernice (19 Jahre), sind in Kumasi (sehr große Stadt im Süden Ghanas) auf der Schule und kommen nur in den Ferien nach Hause. Dadurch, dass mein Gastvater und meine 2 Gastschwestern nicht zu Hause sind, wohnen wir hier nur noch zu 4. zurzeit: Meine Gastmutter Baby, mein Gastbruder Ephraim (7 Jahre), meine Mitfreiwillige Gesche und ich. Nur zum Vergleich: In den Sommerferien haben wir zu 13. in dem Haus gewohnt, also ist es jetzt vergleichsweise extrem leer. Baby ist eine sehr liebe, überaus freundliche und extrem fleißige Frau, die ihren Lebensunterhalt damit verdient, Kuchen nach Auftrag zu backen (Geburtstagskuchen, Hochzeitskuchen,…) und Fleisch zu verkaufen, dass sie in Tamale besorgt und nach Nalerigu bringt. Baby arbeitet 7 Tage die Woche und es ist fast unmöglich, sie mal zu einem Tag Pause zu bringen (auch wenn sie krank ist, arbeitet sie noch und backt Kuchen etc.). Mein Gastbruder Ephraim ist in der Schule und streunert den restlichen Tag in und um das Haus herum und lädt sehr oft Freunde ein, mit denen er dann stundenlang im Garten spielt oder fernschaut.

Gesche und ich haben beide unser eigenes Zimmer: Gesches Zimmer ist im „Haupthaus“, in dem auch die Küche, das Bad und die Zimmer der anderen sind. Mein Zimmer ist in einem anderen Gebäude, was aber nur 5 Meter weg von „Haupthaus“ steht. Unsere Zimmer sind für westliche Verhältnisse einfach eingerichtet (für ghanaische schon eher ziemlich gut); wir haben reltaiv große Zimmer mit einem Bett, einem Schrank, Sesseln und einem Ventilator (ohne den es in meinem Zimmer nicht auszuhalten wäre: Da ich nur ein Fenster habe, gibt es keinen Durchzug und es hat somit gut und gerne 37° in meinem Zimmer, wenn der Strom und somit der Ventilator mal ausfällt). Im Garten hinter dem Haus treiben sich dann die Ziegen und die Hühner herum und hier sind auch die Beete, in denen Baby Tomaten und andere Sachen anbaut und der Bananen- und der Limettenbaum.

Bild Garten Bild Haus

Wie meine Arbeit aussieht:

Die 2 Projekte, in denen ich arbeite, habe ich ja bereits unter @meinProjekt vorgestellt. Im Feeding Center arbeiten meine Mitfreiwillige Gesche und ich von Montag bis Freitag jeden Nachmittag von 16-17 Uhr, allerdings bleiben wir meistens länger, da 1 Stunde dann doch immer sehr schnell rum ist. Wir haben den Plan von unseren Vorfreiwilligen übernommen, den sie für das Feeding Center erstellt haben. Dieser sieht ungefähr so aus:

Montag – Activity Games

Montags sind die Activity Games dran. Hier werden dann manchmal Spiele gespielt oder auf Bäumen herumgeklettert mit den Kindern, das kommt immer darauf an, auf was man mehr Lust hat.

Dienstag – Frisbee/ Fußball

Das ist der Lieblingstag der meisten Kinder, denn Fußball spielen hier so gut wie alle Kinder. Es gibt ein paar Jungs, die wirklich jeden Tag zu mir kommen, sobald ich im Feeding Center ankomme, und ohne Begrüßung fragen: „Where is the ball?“ (auf Deutsch: „Wo ist der Ball?“). Wenn ich dann auf den Plan verweise und sie frage, welcher Tag denn heute ist (nämlich in 4 von 5 Fällen nicht Dienstag ;)), dann beginnen immer die Diskussionen: „Bring the ball monday to friday. We want the ball. Bring the ball.“ usw usw. Das kann manchmal echt ziemlich anstrengend sein, denn es sind meistens die gleichen Jungs, die einem dann den ganzen Nachmittag hinterherlaufen und einen zu überzeugen versuchen, dass der Ball 5 Tage die Woche ins Feeding Center kommt. Gesche und ich haben jetzt entschieden, dass der Ball 2 mal die Woche mit ins Feeding Center kommt (dienstags und freitags, denn freitags ist Slackline, und das ist um einiges entspannter, wenn da nur 10 Kinder dabei sind und die restlichen 20 Fußball spielen anstatt 30 Kinder auf der Slackline).

Mittwoch – Malen/ Zeichnen

Mittwochs werden die Malblöcke rausgeholt und gemalt/ gezeichnet. Es gibt eine Box mit vielen Buntstiften und einigen Malblöcken mit Bildern zum Ausmalen, über die die jüngeren der Kinder dann immer gleich herfallen. Die älteren malen dann manchmal einfach selber etwas auf leere Blätter oder zeichnen die Ausmalbilder ab.

Donnerstag – Kartenspiele

Auch ein sehr beliebter Tag, da donnerstags Karten gespielt werden. Hierzu gehören Uno und Elferraus, welche dann meistens (und nicht immer nach den Regeln bzw. mit neu erfundenen) sehr emotional gespielt werden.

Freitag – Slackline

An unserem letzten Arbeitstag vor dem Wochenende bauen wir die Slackline auf, die eine unsere Vorfreiwilligen hiergelassen hat, weil das den Kindern total viel Spaß macht. Freitags war es anfangs immer extrem chaotisch und die Verhältnisse grenzten meistens fast schon an Anarchie 🙃 . Ihr könnt euch das so vorstellen: 30 Kinder auf einem Haufen, von denen 10 gleichzeitig auf der Slackline stehen und die restlichen 20 an der Slackline herumreißen, als wäre es die Berliner Mauer 1989, die einzureißen gelte. Ich werde den Moment an unserem ersten Freitag im Feeding Center nie vergessen, als das Chaos, sobald die Slackline fertig aufgebaut war, losging. Auf meine Frage, was denn jetzt los sei, drehte sich ein ca. 12-jähriges Mädchen, das besonders stark an der Berliner Mauer, ääh der Slackline herumriss, grinste mich an und rief: „That´s how we do it.“. Naja, inzwischen läuft es freitags meistens deutlich zivilisierter ab. Die älteren Kinder spielen Fußball und die Jüngeren stehen in einer Reihe (in denen es sehr häufig kleinere Schlägereien gibt, damit man schneller weiter nach vorne kommt), am einen Ende der Slackline und Gesche und ich führen immer jeweils 1 Kind am Arm über die Slackline.

Dieser „Wochenplan“ ist aber insgesamt nur eine Orientierung und nur selten gibt es eine Woche, an denen wirklich jeden Tag genau das gemacht wird, was auf dem Plan steht. Oft reden wir auch einfach nur 1 Stunde mit ein paar der Kinder oder spielen mit ein paar einzelnen, während andere sich selber beschäftigen. Man darf einfach nicht vergessen, dass die Zeit im Feeding Center für die meisten der Waisenkinder, von denen die meisten sehr schwere Schicksale haben, die einzige Zeit am Tag ist, wo sie mal wirklich Kind sein können und wir möchten ihnen einfach Angebote machen, um genau das zu tun.

Schule

Dienstags und mittwochs unterrichte ich dann noch jeweils für ca. 90 Minuten in der Miracle Brain School meine Klasse, die JHS2 (die vorletzte „Stufe“ der Schule mit 43 Schülern im Alter zwischen 14 und 18) in ICT (Information and Communication Technology, was mit unserem Informatik vergleichbar ist). Der 1. (von insgesamt 3 pro Schuljahr) Term neigt sich jetzt dem Ende und damit kommen in den nächsten Wochen auch die Term-1-exams, in denen der gesamte Stoff des 1. Terms abgefragt wird. Mit dem Stoff des 1. Terms bin ich mit meiner Klasse sehr schnell durchgekommen und war schon deutlich vor Ende des 1. Terms fertig mit dem Stoff. Auch die Wiederholung der Themen war nach 2 Wochen getan, wodurch Zeit blieb, um meinen Schülern ein paar deutsche Wörter beizubringen und Fußball und andere Spiele zu spielen.

Da an der Schule nur 2 funktionierende Computer sind, war ich die meiste Zeit mit meinen Schülern im Klassenzimmer und habe ihnen den Stoff an der Tafel beigebracht (für die meisten Themen brauchte man keinen Computer) und war nur im sog. Computer-Lab, wenn es wirklich nötig war (bspw. bei dem Thema, wie man einen Ordner auf dem Desktop erstellt, kopiert, verschiebt, umbenennt etc.). Dann habe ich die Klasse in Kleingruppen aufgeteilt und bin mit 10 Schülern gleichzeitig (also 5 pro Computer) an die Computer gegangen.

Klassenfoto

Unterricht auf Augenhöhe ist bei dem Größenunterschied nicht immer ganz leicht, aber ich versuche mein Bestes

Wie ich meine Freizeit gestalte

Abgesehen vom Unterricht muss ich natürlich noch den Unterricht vorbereiten und Klassenarbeiten/ Hausaufgaben oder jetzt zuletzt die final exams des ersten Terms korrigieren. Das kann bei 43 dann auch mal ein paar Stunden dauern.

Trotzdem bleibt noch viel Freizeit, die ich mit Sport machen, Fahrradtouren, Lesen usw fülle. Außerdem sind im Wochenalltag noch einige weitere „Fixpunkte“, zu denen beispielsweise Abendessen bei Pastor Baani (dem Leiter des Feeding Centers), Abendessen mit unserer Mentorenfamilie, einer anderen amerikanischen Doktorfamilie und den Freiwilligen des Krankenhauses oder das sonntägliche Frisbeespielen mit anschließendem Abendessen und Filmeschauen bei unserer Mentorenfamilie gehört.

Damba-Festival

Vor ca. 3 Wochen fand das Damba-Festival statt. Nach dem Fire-Festival (was ich aufgrund meiner damaligen Malariaerkrankung im Bett verbrachte und daher nicht darüber berichten konnte…) gehört es zu den größten und wichtigsten Festivals in Ghana. Beim Damba-Festival wird der King geehrt, und das in einem sehr festlichen Rahmen. Am Tag des Festivals wird das Pferd des Kings geschmückt und auf dem Platz vor seinem Palast den Zuschaerun „vorgeführt“. Danach kommt der King mit großem Gefolge aus dem Palast (natürlich inklusive seinem riesigen roten Sonnenschirm, damit die Sonne ihn nicht berührt 🙃) und nimmt Platz (umgeben von Frauen, die ihm frische Luft zufächern). Dann wird getanzt. Da unter den Gästen immer viele hochranginge Personen sind (Chiefs aus anderen Städten etc.), wird einer nach dem anderen von ihnen von den Trommlern zum Tanzen aufgefordert. Die hochrangigen Personen erkennt man beim Damba-Festival in den meisten Fällen an ihrer Kleidung. Denn es gilt: Je mehr der traditionellen „Smocks“ man übereinander trägt, desto höher ist der Rang. So kam es schonmal vor, dass ein Gast 7 dieser Smocks übereinander trägt und damit bestimmt 1,5 Meter breit ist (meistens tragen die Personen dann noch zusätzlich gefälschte Gucci-Sonnebrillen oder Ähnliches, was sie dann wieder ein bisschen lächerlich aussehen lässt). Der Tanz läuft dann immer ungefähr so ab: Nachdem die Trommler einen zum Tanzen aufgefordert haben (das geschieht, in dem 2 der Trommler sich vor die Person knien, der eine trommelt und der andere verschiedene Namen des Aufgeforderten ruft). Dann steht der Aufgeforderte auf und holt sich den „Tanzstab“ (Ein Holzstab, der am Ende Pferdehaare hat) bei einem der Chiefs ab. Dann beginnt er zu tanzen, was meistens wie ein Gespräch/ Kampf zwischen dem Tänzer und den Trommlern aussieht: Mal „treibt“ der Tänzer die Trommler zurück, mal treiben die Trommler ihn zurück. Der Tanz ist in 2 „Runden“ gegliedert: In der 1. Runde soll der Tänzer nur einen Teil seines Könnens zeigen und hier können ihm andere Gäste Geld in die Hand drücken (welches dann am Ende der 1. Runde die Trommler kriegen, denn das ist ihre „Bezahlung“, die sie sich dann später untereinander aufteilen). Dann kniet sich der Tänzer kurz vor dem Chief, dessen Tanzstab er hat, nieder, steht danach wieder auf und dann legt er richtig los. Schnelle Drehungen und tänzelnde Schritte/ Sprünge prägen die Art des Tanzens. Bei den Trommlern habe ich (der ja selber schon sehr lange Schlagzeug spielt) so gut wie nie einen Rhythmus erkennen/ raushören, allerdings haben die Tanzbewegungen und die Trommeln immer irgendwie zusammengepasst. Die ganze Veranstaltung geht dann sogar immer bis zum Morgengrauen des nächsten Tages (und beginnt meistens schon nachmittags am Vortag), allerdings geht der King vor Sonnenuntergang wieder in seinen Palast.

Auch ein Teil des Damba-Festivals ist der Tanz für die Jugendlichen und jungen Männer. Diese kriegen die ganze Woche vor dem Tag des Damba-Festivals jeden Abend die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Besten unter ihnen dürfen dann am Tag des Festivals vormittags vor dem Palast tanzen, was als große Ehre empfunden wird. Einmal waren Gesche und ich mit William an einem solchen Abend vor dem Palast, um uns das mal anzuschauen. Von einem Freund hatte ich mir einen Smock ausgeliehen und weil William ein paar der hochrangigen Personen, die an den Abenden immer vor dem Palast den Tänzern zusahen, kannte, durften wir sogar in der „1. Reihe“ sitzen (es gab eigentlich keine wirklichen Reihen, sondern einfach eine Meute an Zuschauern, von denen die vordersten auf dem Boden saßen. Laut William gibt es von diesen Abenden vor den Festivals immer 2 Arten: Bei der ersten, der unorganisierten, tanzt einfach jeder wie er will und die Trommler sind irgendwo unter den Tanzenden. Bei der zweiten Art, der organisierten, die meistens stattfindet, wenn ein paar der hochrangigen Personen zuschauen, läuft die ganze Sache so ab wie beim eigentlichen Damba-Festival selber auch: Die Trommler fordern eine Person auf, die dann den Tanzstab abholt und in den vorher beschriebenen 2 Runden sein Können zeigt. Da die Trommler natürlich möglichst viel Geld verdienen wollen, fordern sie immer entweder sehr hochrangige Personen, sehr gute Tänzer oder Zuschauer, die in sonstiger Weise auffallen (bspw. durch ihre weiße Haut 🙃), denn dann kommen meistens mehr der Zuschauer und geben dem Tänzer Geld. So kam es dann, dass, nachdem wir circa 15 Minuten zugeschaut hatten, die 2 Trommler sich vor William niederknieten und ihn durch Nennen seiner ganzen Titel (von denen wir als westliche Personen hier in Ghana natürlich nicht viele haben, da unsere Vorfahren (auf die sich die meisten der Titel stützen) nicht in Ghana gelebt haben) zum Tanz aufgefordert. Bei der Aufforderung konnte ich nur Suminga (=weißer Mann) und Sulmiisina´akyinaaba (=Chief der weißen Männer, eine Art Spaß-Titel, die die Einwohner von Nalerigu William gegeben haben) verstehen. Nachdem William seinen Tanz, der, wie ich fande, gar nicht schlecht war, abgeschlossen hatte, wurden nochmal einige andere der Gäste zum Tanz aufgefordert.

Und dann knieten die 2 auffordernden Trommler sich auf einmal vor mich und der eine begann, mich zu besingen. Da habe ich absolut gar nichts verstanden, ich war viel zu sehr damit beschäftigt, mich umzusehen, wen sie denn gerade aufforderten. Dann meinte William hinter mir: „They might call you out now.“. Ja gut, da muss man dann wohl durch. Um es kurz zu fassen: Ich hatte keine Ahnung, wie man da tanzen soll und wie das alles abläuft. Dadurch muss es wirklich sehr witzig ausgesehen haben, was ich da abgeliefert habe, denn im recht großen Publikum gab es großes Gelächter. Und auch ich muss sagen, dass ich das Ganze einfach nur sehr witzig fande. Niemand hat damit gerechnet dass ich gut tnzen würde, und so konnte jeder (und ich auch) darüber lachen.

Hier noch ein sehr cooles Video von William, damit ihr noch ein paar Eindrücke des Festivals bekommt: https://www.youtube.com/watch?v=r2PzaMkZxw0

Der „Smock“

Mann mit „magischen Amuletten“ um den Hals

Wenn unser Mentor William (der Weiße) seine Drohne steigen lässt, bildet sich immer schnell eine Gruppe Intererssierter um ihn

Links im Bild (Vordergrund): Der Sonnenschirm des Kings, Bildmitte (Hintergrund): Das geschmückte Pferd

Tänzer beim Training am Tag vor dem Damba-Festival (WordPress hat das Video – warum auch immer – um 180° gedreht…)

Tänzer beim Damba-Festival

Ausflüge

Wanderung

Vor ein paar Wochen wolten Gesche, Ebernezer (ein Freund von uns, der auch an der Schule unterrichtet) und ich eine Wanderung auf einen Berg machen, den man von unserem Haus aus sehen kann, weil William meinte, dass von da oben die Aussicht ziemlich gut sei. Da es zurzeit tagsüber extrem heiß wird, beschlossen wir, schon morgends um 7 Uhr loszugehen. Naja, durch ghanaisches Time-Management kamen wir dann erst um 8:30 Uhr los und wir hatten ein Anhängsel: Unser 7-jähriger Gastbruder Ephraim hatte von unserer Wanderung mitbekommen und hatte kurzerhand entschlossen, sich einfach schnell Schuhe anzuziehen und uns zu begleiten (das macht er echt gerne, unter anderem so gut wie jedes Mal, wenn ich zum Basketballplatz gehe). Baby meinte, dass, wenn es für uns okay ist, es von ihrer Seite kein Problem ist, wenn er mit uns kommt. Und so machten wir uns dann zu 4. auf den Weg in Richtung des Berges. Doch kurz nachdem wir losgelaufen sind, sahen wir, dass uns unser Hund Tom, der gerade mal ein halbes Jahr alt ist, hinterherläuft und einfach nicht umdreht. Also bestand unsere Gruppe nun aus 5 Wanderern. Wir hatten nicht wirklich eine Ahnung, ob es einen Weg zum Berg gibt, deswegen beschlossen ir nach einiger Zeit, uns einfach quer durch Büsche und Felder in Richtung des Berges zu bewegen, und so kamen wir nach circa 1,5 Stunden laufen und klettern auf dem Berg an, wo wir erstmal eine Pause machten. Unser Hund Tom war bereits nach circa 3/4 des Weges zum Berg total fertig und legte sich immer wieder in den Schatten, um sich kurz auszuruhen. Als er sich dann wieder kurz vor dem Berg wieder im Schatten total fertig fallen ließ, nahm ich ihn auf den Arm und trug ihn den restlichen Weg bis auf den Berg. Es war aber klar, dass das keine dauerhafte Lösung sein konnte, denn wir bewegten uns ja nicht mehr auf Wegen, sondern mussten über Steine, Felsen und druch meterhohes Gras wandern, wo man einfach beide Hände frei braucht. Daher packten Gesche und ich kurz nach der Pause das Wasser aus meinem Rucksack in ihren Rucksack und ich setzte/legte Tom in meinen Rucksack. Er war viel zu fertig, um zu protestieren, und saß die restliche Wanderung weitgehend ruhig im Rucksack. Der Rückweg nach Nalerigu war dann etwas beschwerlich, weil Ephraim Blasen an den Füßen hatte (weil er, als wir den Fluss durchquerten, nicht wie alle anderen seine Schuhe ausgezogen hatte oder über Steine gelaufen ist, sondern einfach mit Socken und Turnschuhen durch den Fluss watschelte) und wir daher nur langsam vorankamen. Daher waren wir dann alle froh, als wir endlich wieder in Nalerigu waren, und Ephraim und Tom verbrachten den restlichen Tag mit Schlafen 😉 .

Fahrradtour nach Nakpanduri

In Nakpanduri, eine Nachbarstadt von Nalerigu und mit dem Tro-Tro circa 1 Stunde von Nalerigu entfernt, wohnen und arbeiten 2 andere Deutsche Freiwillige, die auch mit weltwärts in Ghana sind. Die 2 lernten wir bereits beim Thanksgiving-Essen kennen, als sie uns hier in Nalerigu besuchten. Und da vorletzte Woche der Freitag ein Feiertag war und wir daher nicht arbeiten mussten, wollten Gesche und ich die Gelegenheit nutzen und die 2 in Nakpanduri besuchen. Wir hatten allerdings beide nicht wirklich Lust, ewig auf ein enges und stickiges Tro-Tro zu warten, und daher entschieden wir, die ca. 30km lange Strecke mit dem Fahrrad zu bewältigen. Hierbei ist zu erwähnen, dass Nakpanduri um einige Höhenmeter über Nalerigu liegt und es auf der Strecke nach Nakpanduri eigentlich die ganze Zeit hoch und runter geht. Die „Straße“ ist auch nicht im besten Zustand, sie besteht aus Sand und aus mehr Schlaglöchern als Straße selber. Trotzdem machten wir uns dann freitagmorgends mit 2 Rucksäcken und unseren Fahrrädern auf den Weg (die Fahrräder hier sind auch nicht so der Hammer: Sie haben nur einen Gang und sind viiiel zu klein für uns). Außerdem hatte William uns noch jeweils einen Mund- und Nasenschutz aus dem Krankenhaus gegeben, den wir uns immer über Mund und Nase hielten, wenn wir von einem anderen Fahrzeug überholt wurden oder uns eins entgegenkam. Und dieser Mundschutz war wirklich enorm wichtig: Dadurch, dass die Trockenzeit im Anmarsch ist, hat es seit Ewigkeiten nicht mehr geregnet, und jedes Fahrzeug löst auf der Straße einen kleinen Sandsturm aus, der das Atmen und die Sicht erheblich erschwert/ fast unmöglich macht. In Nakpanduri angekommen waren wir dann auch froh, es geschafft zu haben und bei unseren Deutschen Freunden den ganzen Staub und Sand abduschen zu können. Am Freitag lernten wir dann noch die Gastfamilie von Alina und Pascal (die 2 deutschen Freiwilligen) kennen, bei denen sie aber nicht wohnen (sie haben ein eigenes kleines Haus), sondern immer zu den Mahlzeiten kommen. Außerdem begleiteten wir sie nachmittags bei ihrer Arbeit: Sie arbeiten auch mit Waisenkindern, mit denen sie nachmittags spielen und dann auch in sogenannten „Extra-classes“ unterrichten. Abends spielten wir dann noch ein paar Spiele und gingen dann schlafen. Da im Haus nur 2 Betten sind, überließen Pascal und ich den 2 Mädchen die Betten und schliefen im Nebenzimmer auf 2 (sehr dünnen) Matten. Die Nacht war ziemlich laut, denn das Haus der 2 ist direkt neben dem „Announcement-Center“ (eine Art Radio-Station), bei dem die ganze Nacht ziemlich laute Musik aus ziemlich schlechten Boxen kommt. Das erschwerte das Einschlafen etwas, aber ich kann zum Glück sehr gut auch mit Lärm schlafen, wenn ich erst einmal eingeshlafen bin. Am nächsten Tag wanderten wir mit den 2 zur Escarpement in Nakpanduri, die gar nicht weit von ihrem Haus entfernt ist, und verbrachten dort ein paar Stunden. Für Gesche und mich war es bereits unser zweites Mal an der Escarpement, da wir schon einmal mit unserer Mentorenfamilie und ein paar anderen Ärzten dort waren, doch das machte die Aussicht nicht weniger atemberaubend als beim ersten Mal. Außerdem sah es schon wieder komplett anders aus als beim ersten Mal, denn große Teile des Buschs waren durch die Trockenheit verbrannt und es sah fast schon aus wie ein Kriegsgebiet.

Nachmittags machten wir uns dann mit unseren Fahrrädern auf den Heimweg.

Escarpement in Nakpanduri (die Hitze und Trockenheit der Trockenzeit hat die meisten Sträucher verbrannt)

Mit sehr kleinen Fahrrädern mit nur einem Gang ist es auf solchen Sand- und Staubstraßen nicht immer ganz leicht zu fahren

Badetag

Letzten Samstag machten Able (einem der äteren Waisenkinder aus dem Feeding Center) und ich uns auf unseren Fahrrädern auf den Weg zu einem ziemlich coolen Spot, den er mir unbedingt zeigen wollte. Und er hat mich nicht enttäuscht: Es war eine Stelle des Flusses, an dem das Wasser relativ tief (ich kann gerade noch so stehen) ist und langsam fließt. Dort verbrachten wir dann den ganzen Vormittag, gingen schwimmen oder saßen auf einem der großen Mangobäume und unterhielten uns.

@Dani: Bring deine Badehose mit, da gehen wir auf jeden Fall hin 😉 💧

Soo, das war es dann auch schon wieder aus Nalerigu 🙂

Vielen Dank fürs Lesen, und wie immer, freue ich mich über Feedback, Anregungen, Fragen etc.

Eine schöne Weihnachtszeit euch allen und schonmal frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 🙂

Liebe Grüße,

Adi

PS: Hier ist mal noch der Link zu dem Blog unserer Mentorenfamilie, auf der William regelmäßig postet, was hier in Nalerigu so abgeht. Dort findet ihr auch einen Link zu seiner Youtube-Seite, auf der viele echt gute Videos sind.

https://haunsinafrica.com/

Und hier noch ein paar weitere Bilder aus der letzten Zeit:

Die aktulle Jahreszeit, Harmattan genannt, sorgt für enorm viel Staub und Sand in der Luft

Trotz Plastikbaum und 37° weihanchtet es sehr

Chamäleon beim Sonnenbad vor einem der Klassenzimer

Schulbus mit Aufschrift „Never lose hope“

Nadjad und Suguri aus dem Feeding-Center spülen das Geschirr der Kinder ab

Camouflage 2.0, perfekte Tarnung

Schöne Sonnenuntergänge hat man hier (fast) jeden Tag